Advent, Advent ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei ...
Jede Kerze im Advent hat ihre Bedeutung.
Erste Kerze
Die Kerze der Prophezeiung. Wir feiern mit dem Anzünden dieser Kerze die Voraussage, daß Christus bald kommt.
Zweite Kerze
Die Betlehem- oder Friedenskerze. Mit dem Anzünden dieser Kerze feiern wir die Geburt Jesu in Bethlehem.
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Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier ...
Was kann man tun, wenn die Tage bis Weihnachten viel zu langsam vergehen? Wenn Kinderaugen sehnsuchtsvoll aufblicken und wissen wollen, wie lange es noch dauern wird, bis endlich das große Fest gefeiert werden kann? Wie soll man eine Zeitdauer von mehreren Wochen erklären, wenn Kinderhände doch nur bis zum zehnten Finger abzählen können?
Pastor Johann Heinrich Wichern hatte im Advent des Jahres 1838 eine Idee. Der Begründer des Hamburger »Rauhen Hauses«, einem Heim, in dem arme und verwaiste Kinder ein Bett, Erziehung und Familienersatz fanden, brachte einen großen Holzreifen an der Decke des gemeinsamen Speisesaals an. So viele Tage noch bis zum Heiligen Abend vergehen sollten, so viele Kerzen hatte der Pastor auf den hölzernen Ring gesteckt. Für jeden Sonntag im Advent gab es sogar eine besonders große Kerze! Wichern entzündete täglich bei der Abendandacht ein Licht, und so konnte jedes Kind, auch wenn es mit dem Rechnen noch nicht klap' pen wollte, genau erkennen, wie viel Zeit noch vergehen würde bis zum großen Fest.
Ein paar Jahre später hatte der Pastor noch die Idee, den Holzreif mit Tan' nenzweigen zu umwickeln. So erstrahlten die entzündeten Kerzen aus einem grünen Ring aus duftenden Tannennadeln - der Adventskranz war geboren!
Es dauerte nicht lange, da hatte sich dieser hübsche Brauch weithin im Lande durchgesetzt. In den kleinen häuslichen Stuben beschränkte man sich allerdings auf die vier großen Kerzen für die vier Adventssonntage. Und seit nunmehr fast hundert Jahren fehlt der festliche Schmuck in keinem Haushalt mehr!

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden. |
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir
und so leuchtet das Zimmer. |
Und so leuchtet die Weit
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!
Matthias Claudius |
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